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Spechteln mit dem Fernglas

Astrofotografie, die semiprofessionelle Astronomie

Starhopping mit dem Teleskop

Seit ein paar Jahren kommen Sky-Computer immer mehr in Mode. Fragt man den stolzen Besitzer eines solchen Gerätes nach NGC 0815, so tippt er einfach schnell ein paar Zahlen in die rot leuchtende Tastatur und sein Schmidt-Cassegrain-Teleskop, meist überseeischer Herkunft, fährt leise surrend zu dem Objekt. - Ja, wo ist es denn nun? Vielleicht doch lieber den Sternenatlas holen?

Damit es Ihnen nicht so geht wie dem genervten Computerfreund, möchte ich an dieser Stelle zuerst von diesem digitalen Aufsuchknechten abraten. Anschließend möchte ich eine Einführung in eine alternative Technik geben: das "Starhopping". Schließlich soll an einem Beispiel das Aufsuchen eines Objekts durchgegangen werden.

Starhopping bedeutet, dass man beim Aufsuchen eines Objekts sozusagen von Stern zu Stern hüpft. Ein wünschenswerter Nebeneffekt dieser Vorgehensweise ist, dass der Beobachter dabei den Himmel mit der Zeit besser kennenlernt. Das kann dazu führen, dass man schliesslich viele Objekte ganz ohne Karte einzustellen vermag. Je geübeter man ist, desto weniger Hilfmittel werden zur Beobachtung benötigt, wodurch der Beobachter "Deep-Sky" noch eindrücklicher erleben kann.

Andererseits kann es sehr spannend sein, am Himmel wie auf einer Landkarte zu navigieren. Eine gewisse Befridigung kommt beim Beobachter auf, wenn er das gesuchte Objekt im Okular eindeutig identifiziert hat. Ein tolles Gefühl!

Das Teleskop sollte über eine geeignete Peilvorrichtung (Laser, Telradsucher, usw.) verfügen, womit ein Stern im Sucher eingestellt werden kann. Oft reicht bei Refraktoren, der lange Tubus völlig aus. Kurze Tuben sind eher schlecht zum genauen Anpeilen eines Objekts. Zur Not kann man über den Sucher selbst peilen.

Das Sucherfernrohr sollte eine Öffnung von mindestens 40 mm und ein Gesichtsfeld von etwa 5° haben. Wenn das Feld zu klein ist, verliert man am Himmelszelt den Überblick. Ist jedoch das Feld zu gross, kann man das Objekt im Hauptrohr nicht mehr zentrieren. Die Vergrösserung darf demnach höchstens 10fach sein.

Ein beleuchtetes Fadenkreuz ist gut aber nicht nötig. Oft stören die hellen Fäden die Adaption.

Wichtig ist die genaue Justierung des Suchers. Man kann dies bei Tage durchführen, sollte aber darauf achten, dass man ein genügend weit entferntes Objekt aussucht (einige km). Zu nahe Objekte führen zu einer Fehljustierung, hervorgerufen durch die Parallaxe zwischen Haupt- und Sucherfernrohr.

Schliesslich benötigt man einen geeigneten Sternenatlas oder ein Computerprogramm, welche Aufsuchkarten (Guide Star Catalogue "GSC", Sterne bis etwa 14-15m)) enthält. Drucken Sie die gewünschten Aufsuchkarten auf Papier aus. Eine schwach rotleuchtende Taschenlampe zum Kartenlesen ist hilfreich.